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Forscherferien bei WOERNER

Forscherferien bei WOERNER

Bestenheid. Die Forscherferien Ostern des Stadtjugendrings Wertheim führen die Kinder in die Welt der Technik. Nachdem am Montag ein Blick hinter die Kulissen des Flughafens Stuttgart auf dem Programm stand, erfuhren die jungen Forscher am Dienstag bei der Firma Woerner in Bestenheid vieles über den Bau und die Anwendung von Zentralschmieranlagen.

Nicole Fabig, verantwortlich für den Bereich Personalwesen, gab den 14 Kinder zwischen sieben und elf Jahren einen Überblick über das Unternehmen. Aktuell habe man 170 Mitarbeiter, davon 21 Auszubildende in technischen und kaufmännischen Berufen. Das Unternehmen biete auch Studienangebote zusammen mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg an. Man beliefere Kunden weltweit mit Anlagen die Maschinen mit Fett und Öl versorgen. Diese Schmierung diene dazu, die Reibung und damit die Wärmeentwicklung zu verringern. Im Anschluss führte Helmut Ballweg, Ausbilder der Industriemechaniker, zusammen mit seinen Lehrlingen Daniel Schlachter, Johannes Geier und Philipp Ehrlenbach die Gäste durch die Produktion. Beginn war in der Arbeitsvorbereitung, weiter ging es in die Fertigung, in der die Kinder verschiedene CNC gesteuerte Fräs- und Bohrmaschinen sowie Drehmaschinen genau begutachteten. Erstaunt waren sie über den "Tiefbohrer", der Löcher bis 60 Zentimeter Tiefe bohren kann. "Damit das möglich ist, werden die Späne mit 80 Bar Öldruck weggedrückt", so Ballweg.
Bei einem Drehautomat, der bis zu 64 Werkzeuge verwenden kann, sahen die Kinder die Herstellung eines Zylinders für die Verteiler der Schmiermittel. Für ein Teil brauche die Maschine nur eineinhalb Minuten. Sie arbeite mit der Genauigkeit von einem sechs millionstel Millimeter, "etwa dem Zehntel eines menschlichen Haars."
Die Kinder durften einen der fertigen Zylinder selbst testen. "Sie werden in Pumpen eingesetzt die bis zu 350 Bar Druck erzeugen, dennoch brauchen wir durch die genaue Passung keine Dichtungen", so der Ausbilder. Vorbei an der Schleifmaschine ging es zur großen Waschmaschine für die Teile, die bei 60 Grad Celsius und zusätzlich durch Ultraschall gereinigt werden, denn jedes Staubkorn verändere die Genauigkeit. Wie die kontrolliert wird, sahen sie in der Qualitätskontrolle. Dort erklärte Ballweg die optische Prüfung und die 3D-Messmaschine, die die Teile mit einer Diamantkugel abtastet. Auch die Montage von kleineren Pumpen und die Funktionsweise von großen Schmieraggregaten wurde erläutert.
Im Versand erfuhren die Nachwuchsforscher, dass täglich 30 bis 40 Pumpen ausgeliefert werden. Die Kleinste gibt etwa einen Drittel Tropfen pro Hub ab, der über einen Luftstrom verteilt wird. Die größte gibt 60 Liter pro Minute ab. "Wir haben auch die größte Papiermaschine der Welt in China mit einer Schmieranlage versorgt", betonte Ballweg stolz. Im Aggregatebau sahen Kinder verschiedene Schmiermitteltanks. Sie gebe es in Größen zwischen 80 und 26 000 Litern. Nach viel Information lernten die Kinder die Tätigkeit der Industriemechaniker hautnah kennen. Nach einem genauen Plan bauten sie einen Buchständer aus Metall. Dazu musste genau gemessen, gebohrt und gebogen werden. Danach wurden die Teile poliert und die Platte mit dem Namen des Kindes per Laser graviert. Nach der Montage hatte jeder eine praktische persönliche Erinnerung an den Tag.

"Wir hoffen manche der Kinder bewerben sich später einmal bei uns", stellte Ballweg abschließend fest. bdg © Fränkische Nachrichten, Donnerstag, 02.04.2015